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Vorlesewettbewerb

Tatsächlich, das Sich-Vertiefen in Texte aller Art bereichert und ist eines der angenehmsten und erfüllendsten Hobbys, denen sich der Einzelne widmen kann. Hier kann er ganz bei sich sein, sich auf sich konzentrieren, seinem Interesse und seinen Neigungen folgen, seiner Seele lauschen. In diesem Sinne schickte die Hargesheimer Alfred-Delp-Schule vor wenigen Tagen zehn Mädchen und Jungen ihrer sechsten Klassen in den bundesweit größten Schülerwettbewerb des Deutschen Buchhandels, der seit 1959 – und mittlerweile zum 59. Male – mit Buchhandlungen, Bibliotheken, Schulen und sonstigen kulturellen Institutionen durchgeführt wird. Der große Dresdner Dichter Ernst Kästner, Schöpfer so fantastischer Werke wie „Das fliegende Klassenzimmer“ oder „Pünktchen und Anton“, war einer seiner bekanntesten Initiatoren.

Im Vorfeld dieses schulinternen Wettbewerbs hatten alle Klassen ihren jeweils besten Vorleser gekürt, der nun einen Ausschnitt aus seiner selbst vorbereiteten Lieblingslektüre vortrug. Diese waren so unterschiedlich wie die Kinder, die sie ausgesucht hatten. Von Tom Anglebergers „Imperator Gurkatine gibt Gas“ über Christian Bienieks „Oberschnüffler Oswald“, Siobhan Dowds „Der Junge, der sich in Luft auflöste“ bis hin zu Astrid Vollenbruchs „Die drei ??? Schatten über Hollywood“ war für jeden Geschmack etwas dabei. Die Spannung in der mit gut 200 jungen Menschen gefüllten Aula der Schule war förmlich greifbar, als sich ihre Besten maßen, ihr Buch kurz präsentierten, den Autor vorstellten und dann ihrer eigentlichen Aufgabe nachkamen, nämlich „ihrer“ Textstelle Ausdruck zu verleihen, ihn auszugestalten. Dabei sind die Leseasse die Stars, denen man nur zu gern Gehör schenkt, denn sie entführen in ferne Welten, die selbst nicht ganz so „buchaffine“ Mitschüler in ihren Bann zu ziehen verstehen. Wer Freude am Lesen hat, übt seine Kommunikationsfähigkeit. Er gestaltet erzählend spannende und aufregende Geschichten und weiß durch seinen Vortrag zu faszinieren.

Betonung, Lesetempo und Stimmvariationen waren nur drei der geforderten Aspekte, die sie in der Vorbereitungsphase unter Anleitung ihrer Deutschlehrer „trainiert“ hatten. Im zweiten Teil hieß es dann für jeden Einzelnen, sich einem fremden Text zu stellen.

In diesem Jahr hieß dieser „Jem hört die Haie husten“ von Andreas Hüging. „Hai-Alarm an der Nordseeküste. Ein Weißer Hai vor Hummerstrand?“, lautete die alles entscheidende Frage. Könnte Jem sich erfolgreich dieser Herausforderung stellen?

Auch wenn die Nervosität groß war, so gelang es allen Lese-„Champs“, die fremden Zeilen denkbar fehlerfrei, akzentuiert und stimmungsvoll darzubieten. Als „Lohn“ für ihre Leistungen erhielten die Schüler Noah Crusius, Niklas Dhein, Elisabeth Marx, Lena Wagner, Fynn Eckes, Victoria Nagelschmitt, Nelli Emmerich, Katharina Pinhel, Madline Stellman und Evelina Stockus nicht nur eine Urkunde, sondern zudem den Jugendroman „Das Blubbern von Glück“ von Barry Jonsberg, von dem es in der FAZ heißt: „Je näher man Leute anschaut, desto weniger fertig sehen sie aus und desto mehr Chancen ergeben sich, ihre Individualität durch schöpferische Zumutungen mitzugestalten und sie einzuladen, dasselbe auch an ihren Nächsten zu vollbringen“ (Dietmar Dath, 30.9.2014).

Oberstudiendirektor Günter Graus und Bibliotheksleiterin Dr. Stefanie Lentes ließen es sich nicht nehmen, den Lesebesten dieses Jahrgangs die Glückwünsche der gesamten Schule zu überbringen. Siegerin Elisabeth Marx (6c) wird beim Kreisentscheid im kommenden Frühjahr ihre Lesekompetenz einem größeren Publikum präsentieren dürfen.  

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